Auf neuen Wegen

Reizwortgeschichte.

Hast du eine Schreibblockade? Dann denke dir eine Geschichte mit den vorgegebenen Wörtern aus.

Die Wörter, die im Text vorkommen sollen lauten:

Windstoß, Fenster, Bettkante, Regenschirm, neu

So geht’s:

Denk Dir eine Kurzgeschichte aus, in denen die oben genannten Wörter vorkommen. Lass Deiner Fantasie freien Lauf. Hier kommt es nicht auf die Länge der Geschichte an, sondern, dass diese eine kleine Aussage treffen soll. Häng Deine Geschichte einfach als Kommentar an.

Auf neuen Wegen

Als Tina zur Haustür hereinkommt, schlägt eine Zimmertür durch einen heftigen Windstoß zu. „So ein Mist.“ denkt Tina „Ich habe vergessen das Bürofenster zu zumachen.“ Hastig eilt sie ins Arbeitszimmer zum Fenster. Beim Schließen klatschen ihr dicke Regentropfen ins Gesicht. Der kurze Blick nach draußen unterstreicht die trübe Stimmung. Grau und trist, wie ihr Alltag. Im Job immer nett und freundlich sein – egal, wie sie sich fühlt.

Gedankenverloren stiert sie auf die gegenüber liegende Häuserfront. Erst jetzt bemerkt sie vor dem Schaufenster des Elektroladens einen Mann. Den Regenschirm tief haltend und den Kragen seines Mantels bis über die Ohren aufgestell, so dass sie sein Gesicht nicht erkennen kann. Dennoch fühlt sie sich von ihm beobachtet. Ein kalter Schauer läuft ihr den Rücken herunter.

Kopfschüttelnd dreht sie sich um und schaltet trotz der frühen Nachmittagsstunde das Licht ein. Beim Vorbeigehen drückt sie noch auf den Powerknopf ihres Notebooks; wohl wissend, dass nach dem Start automatisch die Emails abgerufen werden.

Im Flur stehen noch die Einkaufstaschen mit dem Nötigsten für das Wochenende. Wieder zweieinhalb Tage – und Nichts vor. Nachdem die Inhalte der Tüten in der Küche verstaut sind, schlendert Tina ins Schlafzimmer. „Ich ziehe lieber die Vorhänge zu. Vielleicht steht der Typ ja immer noch da.“ denkt sie. Er ist weg. Nebenan hört sie ihren Computer mit dem wohl bekannten Ton für eingegangene Mails. Ein kleines Lächeln huscht über ihr Gesicht.

„Erst ‚mal in bequeme Klamotten.“ schießt es ihr durch den Kopf. Sie öffnet den Kleiderschrank und … schaut entsetzt hinein … . Geschockt setzt sie sich auf die Bettkante und blickt abwechselnd in den Schrank, dann an sich selbst herab.

„Ich muß ‚was ändern!“ sagt Tina laut und erschreckt sich vor ihrer eigenen lauten und festen Stimme. „Das Leben ist nicht schwarz-weiß. Es ist kein einziges farbiges Teil im Schrank.“ sagt sie sich noch.

Ein Blick auf den Wecker neben dem Bett verrät: gleich vier Uhr nachmittags. Sie springt auf, greift sich ihre Handtasche, und ganz ungeachtet der noch brennenden Lampen und des eingeschalteten Laptops, verläßt sie das Haus.

Der Regen hat aufgehört. Einige Sonnenstrahlen kämpfen sich durch die Wolken. Der Mann, der noch vor zwanzig Minuten zu ihr ins Büro geschaut hat, ist die ganze Zeit in der Nähe gewesen. Er ist nur ein paar Meter weiter gezogen – zur Bushaltestelle. Als sich ihre Blicke treffen, nickt er Tina freundlich zu. Er hat lediglich unter dem schützenden Vordach des Elektroladens auf den Bus gewartet.

„Jetzt beginnt mein neues Leben – ich gehe erst mal shoppen“ denkt sich Tina lächelnd und grüßt den Unbekannten.

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